Landtag von Baden-Württemberg 15. Wahlperiode Drucksache 15 / 1091 30. 12. 2011 1Eingegangen: 30. 12. 2011 / Ausgegeben: 26. 01. 2012 K l e i n e A n f r a g e Ich frage die Landesregierung: 1. Wie stark sind die Regionalzüge auf der Rheintalbahn (besonders auf der Strecke zwischen Karlsruhe und Offenburg) zu den Stoßzeiten im Berufs-/Pendelverkehr ausgelastet? 2. Trifft es zu, dass diese Züge maßlos überfüllt sind und Bahnfahrer dicht gedrängt in den Zügen stehen müssen bzw. teilweise aufgrund von Überfüllung gar nicht in die Züge einsteigen können? 3. Wie bewertet sie die Situation in den Regionalzügen der Schwarzwaldbahn zu den Stoßzeiten im Berufsverkehr auf der Rheintallinie (besonders auf der Strecke zwischen Offenburg und Karlsruhe u. a. über Bühl/Baden-Baden/Rastatt)? 4. Wie hoch ist der Grad der Auslastung der Regionalzüge zu den Stoßzeiten im Pendelverkehr? 5. Ist ihr bekannt, wie hoch der Anteil an Studenten im Pendelverkehr ist? 6. Wie bewertet sie die Situation, dass im Jahr 2012 der Doppeljahrgang die Gymnasien verlassen wird und somit der Anteil an Studenten im Pendelverkehr stark zunehmen wird? 7. Welche Maßnahmen will sie hinsichtlich der steigenden Studentenzahlen im Jahr 2012 durchführen, um der schwierigen Situation in den Zügen im Pendelverkehr entgegenzuwirken? Kleine Anfrage der Abg. Tobias Wald CDU und Antwort des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur Situation in den Regionalzügen/Schwarzwaldbahn auf der Rheintalbahn zu den Stoßzeiten im Berufsverkehr Drucksachen und Plenarprotokolle sind im Internet abrufbar unter: www.landtag-bw.de/Dokumente Der Landtag druckt auf Recyclingpapier, ausgezeichnet mit dem Umweltzeichen „Der Blaue Engel“. Landtag von Baden-Württemberg Drucksache 15 / 1091 2 8. Liegen ihr Zahlen über Verspätungen vor, die durch überfüllte Züge verursacht werden, insbesondere inwieweit die Verspätungen Auswirkungen auf Folge - züge haben bzw. inwieweit Anschlusszüge von den Bahnfahrern nicht rechtzeitig erreicht werden können? 07. 12. 2011 Wald CDU B e g r ü n d u n g Immer mehr Bahnfahrer beschweren sich über beengte und teils nicht erträgliche und somit auch sicherheitsgefährdende Zustände zu den Stoßzeiten im Pendelverkehr in den Regionalzügen auf der Strecke der Rheintalbahn (besonders zwischen Offenburg und Karlsruhe). Der Anteil an Schülern und Studenten ist dabei sehr hoch. Insbesondere durch den doppelten Abiturjahrgang im Jahr 2012 wird sich die Zahl der Studenten signifikant erhöhen, hierfür reichen die Kapazitäten der Züge nicht aus. A n t w o r t Mit Schreiben vom 19. Januar 2012 Nr. 3-3822.5/1392*2 beantwortet das Minis - terium für Verkehr und Infrastruktur die Kleine Anfrage wie folgt: Ich frage die Landesregierung: 1. Wie stark sind die Regionalzüge auf der Rheintalbahn (besonders auf der Strecke zwischen Karlsruhe und Offenburg) zu den Stoßzeiten im Berufs-/Pendelverkehr ausgelastet? In den Hauptverkehrszeiten sind die Züge der Schwarzwaldbahn im Abschnitt Karlsruhe–Offenburg stark ausgelastet. Dies gilt besonders für den Teilabschnitt Baden-Baden–Rastatt–Karlsruhe. 2. Trifft es zu, dass diese Züge maßlos überfüllt sind und Bahnfahrer dicht gedrängt in den Zügen stehen müssen bzw. teilweise aufgrund von Überfüllung gar nicht in die Züge einsteigen können? Nach den vorliegenden Fahrgastzahlen und Meldungen zu Überbesetzungen kommt es regelmäßig vor, dass Fahrgäste stehen müssen. Weder der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg noch der DB Regio AG ist bekannt, dass es seit Dezember 2009, als zusätzliche Verstärkerzüge im nachmittäglichen Berufsverkehr eingeführt wurden, noch häufig Fahrgäste wegen Überfüllung zurückbleiben mussten. Bei Großveranstaltungen in Karlsruhe oder Zugausfällen im Fernverkehr ist das im Einzelfall aber nicht auszuschließen. 3 Landtag von Baden-Württemberg Drucksache 15 / 1091 3. Wie bewertet sie die Situation in den Regionalzügen der Schwarzwaldbahn zu den Stoßzeiten im Berufsverkehr auf der Rheintallinie (besonders auf der Strecke zwischen Offenburg und Karlsruhe u. a. über Bühl/Baden-Baden/ Rastatt)? Die Situation in den Regionalzügen zwischen Offenburg und Karlsruhe ist vor allem montags bis freitags durch eine starke Zunahme der Fahrgastzahlen gekennzeichnet : Von 2002 bis 2010 sind die Fahrgastzahlen um ca. 60 Prozent gestiegen. Das hat dazu geführt, dass viele Züge – nicht nur während der normalen Hauptverkehrszeiten – stark besetzt sind. 4. Wie hoch ist der Grad der Auslastung der Regionalzüge zu den Stoßzeiten im Pendelverkehr? Die Züge im Zulauf auf Karlsruhe bzw. Rastatt sind morgens an Schultagen zwischen 7.00 und 7.30 Uhr bezogen auf die vorhandenen Sitzplätze zu 90 bis 105 Prozent besetzt. Bei einem Zug am späteren Nachmittag liegt der Besetzungsgrad bei 115 Prozent. Noch höher liegt die Besetzung bei zwei Zügen am Freitagnachmittag . Einzelne Meldungen von Zugbegleiter- 2 -Innen, die weniger exakt als die Daten aus den regelmäßigen Fahrgastzählungen sein dürften, geben Besetzungen vor allem freitags und sonntags zum Teil 140 bis 150 Prozent an. Andererseits gibt es aber in den Verstärkerzügen (Abfahrt in Karlsruhe zur Minute 39) immer noch freie Sitzplätze. 5. Ist ihr bekannt, wie hoch der Anteil an Studenten im Pendelverkehr ist? Nein. 6. Wie bewertet sie die Situation, dass im Jahr 2012 der Doppeljahrgang die Gymnasien verlassen wird und somit der Anteil an Studenten im Pendelverkehr stark zunehmen wird? Es ist nicht davon auszugehen, dass der Studierendenanteil in den besonders stark besetzten Zügen sehr hoch ist. Daher ist durch den doppelten Abiturjahrgang 2012 nicht mit einem massiven Anstieg der Fahrgastzahlen in den Zügen der Schwarzwaldbahn zu rechnen. 7. Welche Maßnahmen will sie hinsichtlich der steigenden Studentenzahlen im Jahr 2012 durchführen, um der schwierigen Situation in den Zügen im Pendelverkehr entgegenzuwirken? Für das Jahr 2012 sind speziell in Bezug auf die Studierendenverkehre keine konkreten Maßnahmen vorgesehen. Saisonal verkehren zusätzliche Entlastungsverkehre im Ausflugsverkehr zwischen Offenburg und Karlsruhe, dessen Bewältigung auf dieser Strecke zumindest im Zeitraum zwischen Mai und Oktober kapazitiv eine große Herausforderung darstellt. Im Berufs- und Ausbildungsverkehr konnten bereits durch die Bestellung zusätzlicher Zugleistungen und den Einsatz einer zusätzlichen Zuggarnitur seit dem Jahr 2009 die massiven Überbesetzungen auf einzelne Verkehrstage und auf zumeist kurze Streckenabschnitte vor allem im Bereich Karlsruhe–Baden-Baden minimiert und auf Einzelfälle beschränkt werden . Eine grundlegende Erhöhung des Platzangebots erscheint erst mit der Um - setzung der geplanten Neuausschreibung der Schwarzwaldbahn ab Ende 2016 realistisch. Landtag von Baden-Württemberg Drucksache 15 / 1091 4 8. Liegen ihr Zahlen über Verspätungen vor, die durch überfüllte Züge verursacht werden, insbesondere inwieweit die Verspätungen Auswirkungen auf Folge - züge haben bzw. inwieweit Anschlusszüge von den Bahnfahrern nicht recht - zeitig erreicht werden können? Der Landesregierung liegen keine detaillierten Auswertungen über Verspätungsursachen vor. Angesichts der nach wie vor recht guten Pünktlichkeits- und Anschlusserreichungswerte der Schwarzwaldbahn ist davon auszugehen, dass verlängerte Fahrgastwechselzeiten kein zentrales Problem darstellen. Anschlussverluste vor allem in Offenburg hatten regelmäßig andere Gründe (zum Beispiel die Zugfolge mit Güterzügen etc.). Hermann Minister für Verkehr und Infrastruktur