Landtag von Baden-Württemberg Drucksache 16 / 720 16. Wahlperiode Eingang: 06.10.2016 Kleine Anfrage des Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP Die Identifizierung Verstorbener durch Angehörige – Probleme, Hilfen, Ersatzangebote Ich frage die Landesregierung: 1. In welchen Situationen sind Hinterbliebene verpflichtet, ihre verstorbenen Verwandten zu identifizieren? 2. Auf welche unterschiedlichen Weisen – dargestellt zumindest unter Berücksichtigung der Situation der Verstorbenen, der Hinterbliebenen, der technischen Möglichkeiten , der Kosten und der Rechtslage – kann die Identifizierung erfolgen? 3. Welche Probleme gibt es bei der Inaugenscheinnahme verstorbener Personen durch Angehörige? 4. In welchem Ausmaß haben Angehörige nach einer Identifizierung mit psychischen Folgen zu kämpfen? 5. Inwieweit wurde sie in den letzten fünf Jahren von Angehörigen, die ihre Verwandten identifizierten oder identifizieren sollen, kontaktiert? 6. Welche Hilfestellungen von der psychologischen Begleitung bis hin zur Vermeidung einer Inaugenscheinnahme werden Angehörigen, die ihre Verwandten identifizieren sollen, angeboten? 7. Inwieweit sind diese Hilfestellungen rechtlich und organisatorisch abgesichert? 8. Welche Möglichkeiten hat der Hinterbliebene, eine Inaugenscheinnahme des Verstorbenen zu vermeiden? 9. Inwieweit sind die beteiligten Amtspersonen im Umgang mit den Hinterbliebenen geschult? 10. Inwieweit wird sie innerhalb welchen zeitlichen Horizonts mit Blick auf die mit den Fragen 1 bis 9 angesprochenen Problemlagen tätig werden? 30.09.2016 Dr. Kern FDP/DVP B e g r ü n d u n g Immer wieder erfährt man von Angehörigen verstorbener Menschen, wie belastend eine Identifizierung der Verstorbenen sein kann.