BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG Drucksache 21/371 21. Wahlperiode 05.05.15 Schriftliche Kleine Anfrage des Abgeordneten Ralf Niedmers (CDU) vom 29.04.15 und Antwort des Senats Betr.: smartPORT logistics (SPL): Wie entwickeln sich die Nutzerzahlen der IT-Lösung? Seit November 2014 steht das gemeinsame Projekt „smartPORT logistics“ (SPL) der Hamburg Port Authority (HPA), Deutschen Telekom sowie SAP zur offiziellen Nutzung für Unternehmen, Partner und Kunden frei. Mit smartPORT logistics und smartPORT energy hat die HPA strategische Handlungsfelder zur Optimierung der Infrastruktur und damit zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens definiert. In einer durch die HPA herausgegebenen Leistungsbeschreibung der Smart Port Logistics Services heißt es dazu: „smartPORT logistics (SPL) optimiert das logistische Gesamtsystem durch Bereitstellung eines zentralen Lagebilds zur Verkehrsund Infrastruktursituation im Hamburger Hafen und die bedarfsorientierte Vernetzung der Beteiligten. HPA bringt mit SPL die relevanten EchtzeitInformationen über eine zentrale Public Cloud zusammen und ermöglicht so den einzelnen Beteiligten an der Transportkette im Hafen Hamburg (wie z.B. Fuhrunternehmer, Transporteure, Parkraumbetreiber, Port-Road-Management und Depots/Terminals) besser auf die aktuelle Verkehrs- und Infrastruktursituation zu reagieren. SPL bindet an der Hafenlogistikkette Beteiligte ein und optimiert so den Prozess entlang der Transportkette“ (vergleiche http://www.hamburg-port-authority.de/de/smartport/spl/Documents/ SPL%20Leistungsbeschreibung.pdf). SPL steht den Kunden in den Varianten einer SPL WEB Anwendung sowie einer SPL APP für Android mit jeweils unterschiedlichen Leistungsumfängen beziehungsweise Modulen zur Verfügung . In einer Pressemitteilung der HPA vom 12. März 2015 heißt es in Bezug auf die produktive Effizienzsteigerung durch die Nutzung der ITLösung : „Im Pilotprojekt konnten die teilnehmenden Speditionen ihre Produktivität durch die deutliche Reduzierung von Wartezeiten um mehr als zwölf Prozent steigern“ (vergleiche http://www.hamburg-port-authority.de/de/ presse/pressearchiv/Seiten/Pressemitteilung-12-03-2015.aspx). Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat: Der Senat beantwortet die Fragen teilweise auf Grundlage von Auskünften der Hamburg Port Authority (HPA) wie folgt: 1. Wie viele Kunden nutzen inzwischen im Leistungsspektrum von SPL a. die SPL WEB Anwendung? b. die SPL App für Android? 2. Wie haben sich die Nutzerzahlen seit November 2014 im Einzelnen entwickelt ? Bitte monatlich ausweisen. Drucksache 21/371 Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode 2 Nutzerzahlen SPL Zeitpunkt SPL-WEB SPL-App Android November 2014 3 30 Dezember 2014 3 30 Januar 2015 3 30 Februar 2015 3 30 März 2015 3 30 April 2015 5 35 Seit dem offiziellen Markteintritt im November 2014 wurden außerdem zahlreiche Kundengespräche geführt. Dabei konnten in erster Linie Anbieter weiterer Daten/ Services gewonnen werden, die in SPL integriert werden (zum Beispiel Leercontainerdepots , Chassis-Vermieter). Die HPA geht von einer stark steigenden Nutzerzahl in naher Zukunft aus. Dies wird insbesondere durch die deutschlandweiten Vermarktungsaktivitäten unterstützt. Auf der Fachmesse „transport logistic“ in München sowie auf der Welthafenkonferenz (IAPH) im Juni 2015 in Hamburg werden die Vermarktungsaktivitäten forciert. 3. Wie viele Transportunternehmen/Speditionen nutzen welche IT-Lösungen im Leistungsspektrum von SPL? Von den fünf Web-Anwendern nutzen alle den vollen Umfang der angebotenen Services . 4. Wie hoch ist der an der Gesamtheit gemessene prozentuale Anteil der Speditionen, die von der IT-Lösung smartPORT logistics inzwischen Gebrauch machen? Der Gesamtanteil liegt derzeit noch unter 1 Prozent, gemessen an der Gesamtzahl der Speditionen, die SPL nutzen können. 5. Nach Auskunft der HPA konnten die am Pilotprojekt teilnehmenden Speditionen ihre Produktivität um mehr als 12 Prozent steigern. Welche darüber hinausgehenden Steigerungsraten in der Produktivität hält der Senat bei einer steigenden Anzahl von Nutzern der IT-Lösung SPL in den nächsten Jahren für möglich? Derzeit ist dies nicht absehbar. Bei einer steigenden Anzahl von Nutzern ist jedoch von einer weiteren Erhöhung der Produktivität auszugehen. 6. Welche Projektkosten sind durch die Einführung der IT-Lösung smartPORT logistics bislang angefallen? Bitte die Kosten für die zweijährige Testphase gesondert ausweisen. Die Projektkosten vor der Pilotphase betrugen circa 10.000 Euro. Die Kosten während der zweijährigen Testphase betrugen circa 200.000 Euro. 7. Welche zusätzlichen Anreize könnten nach Ansicht des Senats gesetzt werden, um die Nutzerzahlen der IT-Lösung SPL weiter zu steigern, um so das Potenzial von SPL vollends auszuschöpfen? 8. Auf der diesjährigen CeBIT in Hannover hat die HPA weitere Funktionen von SPL vorgestellt. Welche waren dies im Einzelnen und wie gliedern sich diese in das Gesamtsystem der IT-Lösung SPL ein? Um langfristig die Verkehrssteuerung im Hafen und auch in Hamburg bestmöglich zu optimieren und Staus für alle Verkehrsteilnehmer zu minimieren, soll die digitale Verkehrssteuerung weiter ausgebaut werden. Dazu wird SPL stetig weiterentwickelt. Weitere Anreize könnten über die Standardisierung der Software über den Hamburger Hafen hinaus auf andere Logistikknoten erzielt werden. In der Planung sind:  die Einbindung digitaler Tachographen zur Vereinfachung der Lenkzeitauswertung sowie zur Berücksichtigung der Restlenkzeit bei der Parkplatzsuche. Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode Drucksache 21/371 3  smartDrive, zur Optimierung des Fahrverhaltens der Lkw-Fahrer, was zu Treibstoffeinsparungen und so zu Emissionseinsparungen führt.  die Einbindung der Leercontainerdepots im Hamburger Hafen, zum Beispiel um die Abfertigungsleistung der Depots zu beschleunigen.  die Information der erwarteten Ankunftszeit eines Lkws an einem Betrieb (zum Beispiel Containerterminal) zur optimierten Disposition aller an der Logistikkette Beteiligten.  die verbesserte Parkplatzsuche mit direkter Verbindung zur Navigation.  die Information verfügbarer Stellplätze im Hafen.  die Anbindung an die TR02-Schnittstelle für die elektronische Kommunikation zwi- schen Trucking-Unternehmen und Kaiumschlagsbetrieben, zum Beispiel zur Voranmeldung am Terminal.