Drucksache 16/1023 12. 03. 2012 Druck: Landtag Rheinland-Pfalz, 20. März 2012 b. w. LANDTAG RHEINLAND-PFALZ 16. Wahlperiode K l e i n e A n f r a g e der Abgeordneten Brigitte Hayn (CDU) und A n t w o r t des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Situation an Schulen in Neustadt an der Weinstraße, der Verbandsgemeinde Lambrecht und in Haßloch Die Kleine Anfrage 656 vom 14. Februar 2012 hat folgenden Wortlaut: Ich frage die Landesregierung: 1. Wie viele Kurse der MSS wurden im 1. bzw. 2. Halbjahr des Schuljahres 2011/2012 an den Schulen gemäß Verwaltungsvor- schriften aufgrund geringerer Teilnehmerzahl um eine Stunde gekürzt? 2. Um welche Fächer handelt es sich dabei jeweils? 3. Welche Schulen überschreiten aktuell bei Kursen in der MSS für welche Fächer die maximal vorgesehene Größe für Leistungs- bzw. Grundkurse? 4. Wie viele Lehrerwochenstunden wären – gegliedert nach Fächern – zusätzlich nötig, wenn diese Kurse den Vorschriften ent- sprechend geteilt würden? 5. In wie vielen Klassen an den Schulen sind Doppelbesetzungen üblich – gegliedert nach Schularten und Klassenstufen? 6. In wie vielen Klassen kam es im Schuljahr 2011/2012 nicht zu den ansonsten üblichen Doppelbesetzungen, weil eine Lehrkraft bzw. eine pädagogische Fachkraft fehlte – gegliedert nach 1. und 2. Schulhalbjahr sowie nach Schularten und Klassenstufen? Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 9. März 2012 wie folgt beantwortet: Zu den Fragen 1 und 2: Um auch in der gymnasialen Oberstufe eine Profilbildung zu ermöglichen und um Kontinuität im Unterrichtsangebot sicherzustellen , können Schulen in Einzelfällen auch Kurse mit geringer Schülerzahl einrichten. Dies kann jedoch nur im Rahmen der zur Verfügung stehenden Pauschale an Lehrerwochenstunden geschehen. Da davon ausgegangen wird, dass in kleineren Kursen aufgrund des günstigeren Betreuungsverhältnisses ein größerer Lernfortschritt pro Zeiteinheit erzielt werden kann, wurde in der Verwaltungsvorschrift zur Durchführung der Landesverordnung zur Mainzer Studienstufe den Schulen die Möglichkeit eingeräumt, Oberstufenkurse, für die drei oder mehr Wochenstunden vorgesehen sind, bei geringer Schülerzahl um eine Wochenstunde zu kürzen. Die nachfolgende Tabelle enthält Angaben zu den um eine Wochenstunde gekürzten Kursen mit zehn und weniger Schülerinnen und Schülern. Fach Anzahl gekürzte Kurse 1. Halbjahr 2. Halbjahr BK 5 2 Latein 2 1 Physik 4 2 Chemie 4 1 Musik 3 2 Französisch 2 2 Fach Anzahl gekürzte Kurse 1. Halbjahr 2. Halbjahr Sport 1 0 Italienisch 1 1 Spanisch 5 3 Mathematik 1 0 Philosophie 1 1 Drucksache 16/1023 Landtag Rheinland-Pfalz – 16.Wahlperiode Zu den Fragen 3 und 4: Es gibt an den Schulen keine Kurse mit mehr als 30 Schülerinnen und Schülern. Zu den Fragen 5 und 6: Im Gymnasium ist eine Doppelbesetzung konzeptionell nicht vorgesehen. Bei den Schularten Realschule plus, Realschule, Hauptschule und Grundschule ist eine Doppelbesetzung nach Art und Umfang nicht konzeptionell verankert. Nach pädagogischen Erfordernissen können Schulen auch im laufenden Schuljahr über Art und Umfang von Maßnahmen zur inneren Differenzierung oder Bildung zusätzlicher Lerngruppen entscheiden. Öffentliche Förderschulen erhalten eine Personalzuweisung an Förderschullehrkräften und pädagogischen Fachkräften, die zur Abdeckung der Stundentafel und – entsprechend der pädagogischen Notwendigkeiten – für differenzierende Maßnahmen in verschiedenen Organisationsformen eingesetzt werden. Die Regelungen zur Unterrichtsorganisation an Förderschulen sichern einheitliche Rahmenbedingungen und bieten den Schulen eigene Gestaltungsmöglichkeiten. Die Schulleitung entscheidet demzufolge nach pädagogischem Erfordernis über die Bildung von zusätzlichen Lerngruppen, Formen der inneren Differenzierung oder zusätzliche Klassenbildungen. Eine Doppelbesetzung ist nach Art und Umfang also nicht konzeptionell verankert. Die Personalzuweisung an Schulen mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung und motorische Entwicklung ist jedoch so ausgelegt, dass zu einem großen Anteil in einer Klasse zwei Lehrkräfte gemeinsam unterrichten können. Schwerpunktschulen erhalten eine zusätzliche Personalzuweisung an sonderpädagogischer und sozialpädagogischer Kompetenz, die dazu dient, das schulische Konzept des gemeinsamen Lernens von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung umzusetzen . Diese Zuweisung bezieht sich auf die Schule als Ganzes und nicht auf die einzelnen Klassen. Eine Doppelbesetzung nach Art und Umfang ist nicht konzeptionell verankert. In Vertretung: Vera Reiß Staatssekretärin