SCHLESWIG-HOLSTEINISCHER LANDTAG Drucksache 18/3297 18. Wahlperiode 15-09-01 Kleine Anfrage des Abgeordneten Johannes Callsen (CDU) und Antwort der Landesregierung – Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie Forschung und Entwicklung der Industrie in Schleswig-Holstein 1. Wie viele Personen waren im ersten Halbjahr 2015 in Industrieunternehmen in Schleswig-Holstein beschäftigt und wie hat sich deren Anzahl gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 und 2014 total und in Prozent verändert? 2. Wie hoch war der Umsatz im ersten Halbjahr 2015 und wie hat sich der Umsatz in den größeren Industrieunternehmen (mit 250 und mehr Beschäftigten) und in den KMU (20 bis 249 Beschäftigte) gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 und 2014 entwickelt? Die Fragen 1 und 2 werden gemeinsam beantwortet: Das Statistikamt Nord liefert abweichend zur Fragestellung Daten zu Betrieben (statt Unternehmen). Unterjährige Ergebnisse (Halbjahr) liegen nur für den Monatsberichtskreis (50 u. mehr tätige Personen) vor. Angaben für Betriebe ab 20 tätigen Personen gibt es nur als Jahressumme. Drucksache 18/3297 Schleswig-Holsteinischer Landtag - 18. Wahlperiode 2 Tätige Personen und Gesamtumsatz in Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes, Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden in Schleswig-Holstein im jeweils 1. Halbjahr 2013-2015 (Betriebe mit im Allgemeinen 50 und mehr tätigen Personen) Jahr tätige Personen im 1. Halbjahr 1 Gesamtumsatz im 1. Halbjahr alle Betriebe Betriebe mit 50 bis 249 tätigen Personen Betriebe mit 250 und mehr tätigen Personen Anzahl Euro 2013 100.398 16.163.847.982 5.807.719.863 10.356.128.119 2014 100.882 17.425.602.765 5.839.262.004 11.586.340.761 2015 101.105 15.808.316.291 5.863.857.717 9.944.458.574 Veränderungsraten in % 2013 X X X X 2014 0,5 7,8 0,5 11,9 2015 0,2 -9,3 0,4 -14,2 1 Monatsdurchschnitt Quelle: Statistiksamt Nord, Produzierendes Gewerbe Die Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlicht die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Betrieben des verarbeitenden Gewerbes über alle Betriebsgrößenklassen mit Stichtag 30.06. voraussichtlich im Dezember 2015. Am 30.06.2014 waren nach Angaben der BA insgesamt 139.824 Personen in Schleswig-Holstein im verarbeitenden Gewerbe sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Am 30.06.2013 waren 138.813 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 3. Welche durchschnittlichen Mittel - gemessen am Umsatz - mit wie vielen Beschäftigten haben die Industrieunternehmen (größere und KMU) für innerbetriebliche und außerbetriebliche Forschung und Entwicklung im ersten Halbjahr 2015 aufgewendet und wie haben sich diese Mittel gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 und 2014 in Prozent entwickelt? (Personal- und Sachkosten sowie Investitionen in FuE) Antwort: Diese Frage kann nicht beantwortet werden. Weder die Statistikämter noch der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, der im Auftrag der Bundesregierung regelmäßig Daten der FuE-Aktivitäten der Unternehmen in Deutschland erhebt, können solch aktuelle Zahlen liefern. Die aktuellsten Zahlen des Stifterverbands befassen sich mit dem Jahr 2013; eine Regionalisierung der Daten für 2013 ist für den Herbst 2015 angekündigt. 3 4. Mit welchen Summen hat die Landesregierung FuE-Aktivitäten von Industrieunternehmen seit 2013 unterstützt (bitte nach Landesministerien und Maßnahme auflisten)? Antwort: Folgende Programme wurden bei der Beantwortung der Fragen 4 - 6 berücksichtigt : - Forschung, Entwicklung, Technologietransfer (FET-Richtlinie), - Betriebliche Forschung, Entwicklung und Innovation (BFEI-Richtlinie), - Umweltinnovationen (UI-Richtlinie), - Einführung elektronischer Geschäftsprozesse (EEGP-Richtlinie), - Innovationsassistenten (IA-Richtlinie). Die Förderungen nach FET, BFEI, EEGP und IA liegen in der Zuständigkeit des MWAVT, die Förderungen nach UI in der des MELUR. Erfasst wurden alle geförderten Unternehmen, darunter auch Dienstleistungsunternehmen , die z. B. einen Großteil der Förderung von Innovationsassistenten ausmachen. In der Regel handelt es sich bei den geförderten Unternehmen um technologieorientierte Unternehmen. Für 2015 liegen noch keine abschließenden Zahlen vor. 5. Wie hat sich die direkte und indirekte Projektförderung an Unternehmen in den Jahren seit 2013 entwickelt? (bitte nach großen Industrieunternehmen, KMU und anderen Unternehmen sowie nach Aufträgen und Zuwendungen aufschlüsseln ) Antwort: Folgende Antragsberechtigungen sind in den einzelnen Programmen möglich: Antragsberechtigung Forschung, Entwicklung, Technologietransfer (FET-Richtlinie) KMU, GU Betriebliche Forschung, Entwicklung und Innovation (BFEI-Richtlinie) KMU, GU Umweltinnovationen (UI-Richtlinie) KMU Einführung elektronischer Geschäftsprozesse (EEGP-Richtlinie) KMU Innovationsassistenten (IA-Richtlinie) KU (bis 50 MA) Frage 4 - Zuwendungen für FuE-Aktivitäten von Industrieunternehmen seit 2013 (Zuschüsse ) 2013 (€) 2014 (€) Forschung, Entwicklung, Technologietransfer (FET-Richtlinie) 166.242,00 307.810,00 Betriebliche Forschung, Entwicklung und Innovation (BFEI-Richtlinie) 9.008.716,06 1.547.590,19 Umweltinnovationen (UI-Richtlinie) 369.200,00 400.000,00 Einführung elektronischer Geschäftsprozesse (EEGP-Richtlinie) 491.328,40 90.848,75 Innovationsassistenten (IA-Richtlinie) 1.159.000,00 264.250,00 Drucksache 18/3297 Schleswig-Holsteinischer Landtag - 18. Wahlperiode 4 Seit 2013 wurden lediglich 3 Großunternehmen (GU) gefördert (alle im Jahr 2013). Diese Förderungen erfolgten im Programm Betriebliche Forschung, Entwicklung und Innovation (BFEI). Die Entwicklung der Projektförderung zwischen 2013 und 2015 gilt unabhängig von der Zuordnung zu Großunternehmen bzw. KMU. Die Entwicklung ist allgemein durch den Übergang in eine neue Förderperiode gekennzeichnet. Die Jahre 2014 und 2015 waren geprägt von vorbereitenden Maßnahmen und der Erarbeitung neuer Richtlinien. Die Förderungen im Jahr 2014 erfolgten aus Restmitteln des ZPW (EFRE) und aus der GRW, sofern die Richtlinien zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgelaufen waren. 2015 konnten bisher keine Bewilligungen erteilt werden, da hierfür die betreffenden Richtlinien noch nicht veröffentlicht worden sind. Es wurden jedoch für das Programm Stärkung von Forschung, technologischer Entwicklung und Innovation (FIT, Nachfolgeprogramm von FET) und für das Programm Betriebliche Forschung, Entwicklung und Innovation (BFEI) für insgesamt 3 Unternehmen Beginngenehmigungen erteilt. 6. Wie hoch war der Eigenanteil der Industrieunternehmen bei der Förderung durch die Landesregierung im Durchschnitt und welches war die prozentual höchste bzw. niedrigste Eigenbeteiligung eines Unternehmens an einem Förderprojekt ? Für 2015 liegen noch keine abschließenden Zahlen vor. Die höchste Eigenbeteiligung eines Unternehmens betrug 78,53 % (GU, Programm BFEI). Die niedrigste Eigenbeteiligung eines Unternehmens betrug 30,00 % (KMU, Programm FET). Frage 6 - durchschnittlicher Eigenanteil der Unternehmen bei der Förderung 2013 (Förderquote in %) / Eigenanteil in %) 2014 (Förderquote in %) / Eigenanteil in %) Forschung, Entwicklung, Technologietransfer (FET-Richtlinie) 60,00 / 40,00 47,50 / 52,50 Betriebliche Forschung, Entwicklung und Innovation (BFEI-Richtlinie) 34,10 / 65,90 40,51 / 59,49 Umweltinnovationen (UI-Richtlinie) 44,86 / 55,14 30,14 / 69,86 Einführung elektronischer Geschäftsprozesse (EEGP-Richtlinie) 33,70 / 66,30 34,35 / 65,65 Innovationsassistenten (IA-Richtlinie) 50,00 / 50,00 50,00 / 50,00